Warum Führung heute so oft scheitert – unrealistische Erwartungen, strukturelle Defizite und systemische Folgen

Warum scheitert Führung heute so oft? Es fehlt etwas Entscheidendes – und keiner spricht es aus. Führung scheitert heute vor allem an unrealistischen Erwartungen, strukturellen Defiziten und fehlender Priorisierung. Führungskräfte werden fachlich befördert, ohne ausreichend auf ihre Rolle vorbereitet zu sein, während Führung im Alltag zur Nebentätigkeit degradiert wird. Die Folge sind Vertrauensverlust, Frustration und steigende Fluktuation – trotz besserem Wissen über wirksame Führung. Warum Führung heute scheitert, ist keine Frage individueller Schwäche, sondern systemischer Rahmenbedingungen.

Für eilige Leser:innen (TL;DR) – Q&A-Kurzfassung
Und hier geht es zur Langversion.

Warum Führung heute so häufig scheitert

Führung scheitert selten am fehlenden Wissen, sondern an unrealistischen Erwartungen, strukturellen Defiziten und mangelnder Umsetzung im Alltag.

Welche Rolle spielen Recruiting und Prioritäten?

Recruiting und Führungsarbeit werden häufig als Nebensache behandelt. Unbesetzte Stellen und operative Überlastung verstärken Frust auf allen Ebenen.

Warum verschärft die neue Arbeitswelt das Problem?

Mitarbeitende erwarten Sinn, Entwicklung und Vertrauen, während Führungskräfte zeitlich, strukturell und kompetenzseitig überfordert sind.

Was zeigen aktuelle Zahlen zur Führungskultur?

Studien belegen einen massiven Vertrauens- und Zufriedenheitsverlust gegenüber Führungskräften – mit direkten Folgen für Bindung und Fluktuation.

Was ist die zentrale Erkenntnis des Beitrags?

Führung ist kein Nebenjob. Ohne klare Rollen, Zeit, Kompetenzen und Verantwortung bleibt gute Führung ein leeres Versprechen.


Warum Teams und Führungskräfte an unrealistischen Erwartungen beim Recruiting scheitern 

Recruiting wird von HR und den Fachabteilungen leider viel zu oft als störende Zusatzaufgabe wahrgenommen, die man „auch noch” erledigen muss. Hiring Manager verschieben Bewerbungsgespräche zugunsten vermeintlich wichtigerer Termine und Feedback zu Kandidaten wird erst nach mehrmaligem Nachfassen gegeben. Die Priorität liegt stets auf dem aktuellen Tagesgeschäft, während nicht besetzte Positionen die unterbesetzten Teams zunehmend frustieren. Diese strukturelle Nachrangigkeit von Recruiting verschärft Führungsprobleme erheblich.

Ein typischer Montagmorgen im Büro 

Stille. Ein paar Augen rollen, jemand murmelt was von „zu viele Meetings“. Dann die erste Spitze: „Ehrlich gesagt – ich weiß manchmal gar nicht, was Sie eigentlich von uns erwarten.“ Die Führungskraft hält dagegen: „Und ich frage mich, warum ihr ständig mehr Flexibilität, Feedback und Wertschätzung einfordert – aber gleichzeitig bei jeder Kleinigkeit meine Freigabe braucht.“ Der Raum wird still. Beide Seiten haben recht. Beide fühlen sich missverstanden und sind enttäuscht. Genau hier zeigt sich, warum Führung heute scheitert: an widersprüchlichen Erwartungen ohne gemeinsame Klärung.

erstellt mit KI

Vom Anspruchsdenken zur gemeinsamen Verantwortung 

Die neue Arbeitswelt hat die Spielregeln verändert. Mitarbeitende fordern Sinn statt nur Gehalt, erwarten entwicklungsorientiertes Feedback statt bloßer Kontrolle und suchen Vertrauen statt hierarchischer Weisungsbefugnis. Diese Ansprüche sind legitim, doch sie treffen auf eine Realität, in der viele Führungskräfte herausgefordert, um nicht zu sagen überfordert, sind: Führung wird zur Nebentätigkeit zwischen operativen Aufgaben, Kommunikation bleibt inkonsequent, und essenzielle Coaching-Kompetenzen fehlen schlicht. Am Ende formulieren Mitarbeitende immer umfangreichere Forderungskataloge als Reaktion auf fundamentale Führungsdefizite. Die Spuren dieser Frustration sind überall sichtbar: Auf Arbeitgeber-Bewertungsportalen wie Kununu oder Glassdoor häufen sich Kritiken, in denen mangelhafte Führung als Hauptgrund für Unzufriedenheit oder Kündigung genannt wird. Warum Führung heute scheitert, lässt sich dort in tausenden Erfahrungsberichten nachlesen.

Doch Führung ist keine Einbahnstraße: Wer Sinn, Vertrauen und Entwicklung einfordert, muss im Gegenzug Eigenverantwortung, Transparenz und aktive Mitgestaltung einbringen. Solange beide Seiten auf ihrer jeweiligen Forderungsliste beharren, ohne den eigenen Beitrag zu reflektieren, bleibt der Teufelskreis bestehen. 

 👉 Wenn Sie die vollständigen Hintergründe verstehen wollen, lohnt sich ein Blick in das Karriereweg-Insight „Warum scheitern Führungskräfte so oft?“

Frustration in Zahlen 

Die Zahlen sind erschreckend und sie sprechen eine klare Sprache: Die Zufriedenheit mit der direkten Führungskraft ist in Deutschland auf einem historischen Tiefstand. Laut Gallup-Index 2024 sind nur noch 16 % der Beschäftigten ausnahmslos zufrieden mit ihrer direkten Führungskraft – ein dramatischer Rückgang gegenüber 41 % im Jahr 2022. Vertrauen ist ebenfalls Mangelware: Lediglich 21 % der Mitarbeitenden haben uneingeschränkt Vertrauen in ihre Vorgesetzten. Und auch die Zuversicht in das Management ist begrenzt: Nur ein Viertel glaubt, dass die Unternehmensleitung die Herausforderungen der Zukunft erfolgreich meistern wird. Die Folgen sind spürbar. Zwar ist die Quote der inneren Kündigung leicht gesunken (auf 13 %), doch 63 % dieser Mitarbeitenden suchen aktiv oder passiv nach einem neuen Job. Die Hauptursache: eine schlechte Führungskultur, die emotionale Bindung untergräbt und Motivation erstickt. Auch das Randstad Arbeitsbarometer 2025 bestätigt den Trend: Einer der Top-Gründe, warum Arbeitnehmer über eine Kündigung nachdenken, ist der Wunsch nach mehr Wertschätzung durch Vorgesetzte. Ebenso wichtig: Mitarbeitende wollen eine Führungskraft, die fördert, unterstützt und von der sie lernen können. Wer das bietet, bindet Talente – wer nicht, riskiert Fluktuation und demotivierte Teams. Diese Daten zeigen eindrücklich, warum Führung heute scheitert – mit messbaren Folgen.

Wo Wertschätzung fehlt, stirbt Bindung 

Mitarbeitende wollen nicht nur für ihre Arbeit, sondern auch als Persönlichkeit wahrgenommen werden – kontinuierlich, authentisch und ehrlich. Und zwar nicht durch Floskeln, sondern durch ehrliche, konkrete Gesten.

„Wer nach einer gelungenen Präsentation nur ein „Gut gemacht“ im Vorbeigehen zuruft oder einen Daumen hoch durchs Fenster signalisiert, verschenkt wertvolles Potenzial.“ 

Ein spezifisches Lob wie „Die Argumentation war glasklar – das hat den Ausschlag gegeben“ zeigt beispielsweise echte Aufmerksamkeit. Selbst dort, wo Wertschätzung gewollt ist, scheitert die Umsetzung an mangelnder Individualisierung. Der eine Mitarbeitende braucht öffentliche Anerkennung, die andere ein flexibles Fortbildungsbudget, der dritte schlicht Zeit für ein persönliches Gespräch. Standardmaßnahmen wie das jährliche Weihnachtsgeld, der generische Dankesbrief verpuffen daher oftmals wirkungslos. Ebenso wichtig ist das Interesse am Menschen hinter der Rolle. Ein kurzes Nachfragen zum Befinden, ein freundliches „Danke“ wirken oft stärker als jede Bonuszahlung. Kontinuierliches, systematisches und konstruktives Feedback rundet das Bild ab und bildet das Fundament für die kontinuierliche persönliche Entwicklung. Führung scheitert dort, wo Wertschätzung nicht individualisiert wird.

Vertrauen statt Mikromanagement 

Wertschätzung zeigt sich vor allem auch darin, wie sehr Unternehmen ihren Mitarbeitenden zutrauen, Verantwortung übernehmen zu können. Wer permanent über jede Schulter schaut, signalisiert: „Ich glaube nicht an deine Kompetenz.“ Besser ist es, Mitarbeitende aktiv einbeziehen, sie nach Ideen zu fragen und ihnen echte Gestaltungsfreiräume zu geben. Dazu gehört auch ein transparenter Informationsfluss. Wer wichtige Entscheidungen zu spät kommuniziert, beraubt Mitarbeitende der Chance, ihr relevantes Wissen einzubringen. 

Vertrauen ist kein „nice to have“ – es ist DIE Währung bei der Mitarbeiterbindung. 

Geld ist nicht alles – aber ohne Geld ist alles nichts 

Natürlich zählt auch die materielle Seite. Faires Gehalt, flexible Arbeitsmodelle und Weiterbildungsangebote sind heute Hygienefaktoren. Fehlen sie, entsteht schnell Frust, da reicht auch kein herzliches Lächeln der Führungskraft. Aber wer glaubt, Wertschätzung auf Gehaltserhöhungen reduzieren zu können, greift ebenso zu kurz. 

„Attraktive Arbeitgeber kombinieren beides – faire Rahmenbedingungen und eine Kultur, in der Menschen sich als Mensch geschätzt fühlen.“ 

Die Sollbruchstellen der Führung 

Das „System Führung“ krankt nicht an Einzelfällen unfähiger Vorgesetzter – es leidet an strukturellen Defiziten, falschen Erwartungen und unzureichenden Kompetenzen, die sich gegenseitig verstärken. Die Ursachen liegen tiefer, als viele Organisationen wahrhaben wollen. Die Tragik liegt nicht im Unwissen. Die wissenschaftlichen Beweise sind erdrückend, die ökonomischen Vorteile evident: Bessere Führung reduziert Fluktuation, steigert Produktivität, bindet Talente in Zeiten des Fachkräftemangels. Doch zwischen Erkenntnis und Umsetzung klafft ein Abgrund – und dieser hat System. Warum Führung heute scheitert, ist weniger ein Erkenntnisproblem als ein Systemproblem.

erstellt mit KI

Der fatale Irrtum: Fachwissen macht Führungskompetenz 

Der klassische Aufstieg folgt einem simplen, aber verhängnisvollen Muster: Wer fachlich brilliert, wird befördert. Die beste Entwicklerin wird Team Lead, der erfolgreichste Vertriebler übernimmt die Abteilungsleitung. Dass exzellente Fachkompetenz und Führungseignung zwei völlig unterschiedliche Dinge sind, wird systematisch ignoriert. Potenzialanalysen und Eignungsdiagnostik, die soziale und emotionale Kompetenzen erfassen könnten, bleiben die Ausnahme. Auf diese Weise gelangen Menschen in Führungspositionen, die dort nie hätten landen dürfen, weil das System sie falsch selektiert hat. Die Annahme lautet: Wer intelligent genug ist, wird Führung schon irgendwie hinbekommen. Diese naive Haltung ignoriert, dass Führung ein Handwerk ist, das gelernt werden muss. Es ist nicht weniger komplex als jede andere professionelle Disziplin. Viele Führungskräfte wissen durchaus theoretisch, dass sie wertschätzen, Feedback geben und entwickeln sollen. Doch sie können es nicht – weil ihnen die emotionale Intelligenz fehlt, um diese Konzepte authentisch und situativ richtig umzusetzen. Verschärft wird dies durch fehlende alternative Karrierepfade. Wer aufsteigen will, muss einen Bereich geführt haben, selbst wenn die Motivation und das Talent dafür nicht vorhanden sind. Exzellente Fachexperten werden so zu mittelmäßigen Führungskräften degradiert, statt in ihrer Stärke weiter wachsen zu können. Führung ist ein Handwerk – kein Automatismus.

„Fachliche Exzellenz ersetzt keine soziale Kompetenz, aber die Organisationen tun so, als wäre das irrelevant.“ 

Wenn Führung zur Nebensache wird 

Selbst dort, wo Führungskräfte grundsätzlich geeignet wären, scheitert die Praxis an einem fundamentalen Missverständnis: Führung wird als Zusatzaufgabe begriffen, die man „nebenbei“ erledigt. Im hektischen Alltag werden die wichtigsten Aufgaben wie echter Dialog, kontinuierliches Feedback, Mitarbeiterentwicklung zugunsten dringender operativer To-dos geopfert. Die Beziehungsarbeit, die wirksame Führung erst ausmacht, findet nicht statt.

„Eine Führungskraft, die Führung nebenbei macht, ist wie ein Trainer, der während des Spiels nicht am Spielfeldrand steht. Ohne klare Ansagen verliert selbst das beste Team die Orientierung.“ 

Das Erbe toxischer Vorbilder 

Viele Führungskräfte hatten selbst keine guten Vorgesetzten. Sie imitieren, was sie erlebt haben: Mikromanagement statt Vertrauen, Kontrolle statt Entwicklung, hierarchische Distanz statt Dialog. 

Dysfunktionale Verhaltensmuster werden von Generation zu Generation weitergereicht, weil niemand sie durchbricht. Gleichzeitig fehlt es vielerorts an systematischer Qualifizierung. 

👉 Führung wirksam gestalten: Laden Sie das vollständige Insight „Warum scheitern Führungskräfte so oft?“ herunter und erfahren Sie, welche Hebel Organisationen jetzt priorisieren müssen, um Führung nachhaltig zu professionalisieren. 

Vielen Dank für Ihr Interesse

Schicken Sie uns gerne eine Nachricht. Wir melden uns schnellstmöglich bei Ihnen.

Oder kontaktieren Sie uns direkt.

Vielen Dank für Ihr Interesse

Schicken Sie uns gerne eine Nachricht. Wir melden uns schnellstmöglich bei Ihnen.

Oder kontaktieren Sie uns direkt.